Sahara / الصحراء . die Wüste lebt

Auf unserer bisherigen Reise haben wir an unzähligen Strassen und Queds Schäden gesehen, die durch die starken Regenfälle im Oktober verursacht wurden. Auch steht nach wie vor in dem ein oder anderen Flussbett noch etwas Wasser, oder wir sehen die tiefen Spuren, die davon zeugen, dass sich vor nicht all zu langer Zeit ein Fahrzeug im zu feuchten Untergrund festgefahren hat.






Die grösste Überraschung erleben wir am Erg Chebbi  (grosse, durch Wind geformte Dünenlandschaft) - wo früher Quads und Dromedare für die Touristen standen, erstreckt sich ein See vor den Dünen. Wie uns Abduhl, ein einheimischer Berber berichtet, gab es hier seit 10-12 Jahren nicht mehr so viel Regen, bzw. gab es einen solchen grossen See.

Erg Chebbi

Durch den vielen Regen und das Wasser, welches die Flüsse aus den Bergen brachten, ist das Grundwasser sowie sämtliche Brunnen gefüllt. Die Einheimischen gehen daher davon aus, dass ihnen der See bis April nächsten Jahres , also noch ca. 5 weitere Monate, erhalten bleibt.

Ein Segen für die Landwirtschaft - auch die Dromedare, welche nachts frei durch die Wüste streifen, um Futter zu finden, müssen zur Zeit dafür nicht mehr so weit wandern. Uns war zu dem Zeitpunkt bereits aufgefallen, dass wir auf unserer letzten Reise mehr Dromedare in der Wüste umherstreifen gesehen hatten.

Abduhl erklärt uns weiter, dass sie für ihre Dromedare in den letzten Jahren ergänzend auf dem Markt Futter gekauft und ihnen gegeben hätten. Die Dromedare würden das „vorgesetzte“ Futter nicht wirklich mögen, sondern immer das Umherstreifen bevorzugen. Mit dem Regen und dem vielen Grün in der Wüste, ginge es auch den Dromedaren besser und sie sein entspannter.

Es ist wirklich faszinierend, wie viele kleine, grüne Pflanzen aus dem Wüstenboden geschossen kommen. Aus dem sonst kargen Wüstenboden, beginnen mit dem ersten Regen, viele Wüstenpflanzen in rasantem Tempo zu keimen, zu wachsen und zu blühen – ehe die nächste Dürre einsetzt.

Und so fahren wir an gelb, violett und weiss blühenden Pflanzen und äusserst grünen Oasen vorbei.

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Marokko . das hier und jetzt