Schweiz . Auf nach Afrika!

Nachdem das Gefährt vom ersten Schnee befreit und gepackt war, ging die Reise durch schneebedeckte Landschaften los. Doch bereits an der Fähre in Genua erwartete uns mildes Mittelmeerklima und verheißungsvolle Sonnenstrahlen.

Vor uns die „Excellent“ - die Fähre, die uns und weitere Hunderte Fahrzeuge von Genua, über Barcelona nach Tanger bringen sollte. Nachdem die mit Fahrrädern, Kühlschränke und sonstigen Errungenschaften der Moderne abenteuerlich bepackten marokkanischen Fahrzeuge sowie den europäischen Wohnmobile, der Rentner, die der winterlichen Kälte Europas entfliehen und einigen wenigen Reisemobilen im Bauch der Fähre verstaut und geparkt waren, ging das eigentliche Spektakel los.

Wir hatten unsere Aussenbordkabine bezogen, als über den Bordlautsprecher ein Name nach dem anderen aufgerufen wurde - irgendwann waren auch wir an der Reihe und wir mussten uns an der Rezeption auf Deck 6 melden. Wir konnten es kaum glauben, aber tatsächlich mussten sich die rund 2’200 Passagiere persönlich an der Rezeption melden. Und so ging die Reise mit ganzen 5 Stunden Verspätung los.

Nicht nur, dass uns die Überfahrt mit der Fähre rund 2`700 km Autobahn und entsprechend Mautgebühren sowie Dieselkosten sparen, der Aufenthalt auf der Fähre ist auch mit einem gewissen Komfort verbunden; täglich 3 Mahlzeiten und eine Kajüte mit Seesicht.

Aber nicht alle Reisenden können sich diesen Luxus leisten, sondern haben für die 51 stündige Überfahrt einen sogenannten Pullmann Sessel gebucht. Daher verbringen die marokkanischen Männer die meiste Zeit in den Aufenthaltsräumen, Bars, Flure und an Deck um zu reden, zu rauchen und um Karten zu spielen. Die Frauen sitzen ebenfalls zusammen, reden und die Kinder spielen miteinander. Ein erster Vorgeschmack auf Marokko.

Das Meer ist ruhig und wir kommen in Barcelona bereits nur noch mit 1 Stunde Verspätung an. Nach einem kurzen Aufenthalt geht es weiter Richtung Tanger wo wir sogar 3 Stunden früher als geplant ankommen!

Dann das finale Schauspiel: das Entladen der Fahrzeuge: sobald sich die grossen Luken am Heck öffnen, werden gefühlt sämtliche Motoren der Fahrzeuge gestartet (vornehmlich Kleintransporter und Lieferwagen) - augenblicklich wird gehupt, gedrängelt und gelacht. Das Bordpersonal gibt den Versuch dass Schiff ordnungsgemäss zu entladen auf … und irgendwie funktioniert es.

Willkommen in Afrika !!

Infos zur Fähre die „Excellent“

  • Jahr  der Inbetriebnahme: 1996

  • Gesamtlänge: 203 m

  • Breite: 27 m

  • Kapazität: 800 Autos und Lastwagen, 2’330 Passagiere

  • Gesamtleistung: 35’282 PS

  • Geschwindigkeit: ungefähr 40 km/h

  • Motoren: 4 Sulzer Motoren

  • Tiefgang: 6.70 m

Zurück
Zurück

Marokko . das hier und jetzt

Weiter
Weiter

Schweiz . raus aus der Halle, rein in die Sahara